Rotklee-Unterstützer in Corana-Zeiten

Rotklee Blüte

Rotklee

Trifolium pratense

Trifolium – Dreiblättrig – ist sein Markenzeichen. Manchmal nehmen wir uns die Zeit und suchen nach dem Glücksklee mit vier Blättern. Ich bewundere Kinder, die wollen noch etwas entdecken und halten deutlich ausdauernder Ausschau nach dem Glück. Mit zunehmendem Alter, gehen wir achtloser daran vorbei. Es ist für uns oft nur Viehfutter. Allerding werden wir ein Glückskleeblatt beim Rotklee auch nicht finden. Hierfür müssen wir uns beim Weißklee umsehen.

Herkunft und Verwendung

Unser Rotklee stammt aus Osteuropa und kam tatsächlich als Futterpflanze zu uns. Er wächst ausdauernd und ergiebig, bringt gute Erträge und punktet vor allem mit seinem Eiweißgehalt. Im Jahr sind mehrere Ernteschnitte möglich. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis in den Oktober.

Rotkleeblüten

Die Blüten sind bei Bienen und Hummeln sehr beliebt, enthalten sie doch reichlich Nektar und selbst wir schmecken den süßen Saft, wenn wir an den einzelnen Blütenkelchen saugen. Dieser klebrige Saft gab der Pflanze wohl auch den Deutschen Namen, denn das Wort Klee führt man auf das Wort Kleister zurück.Irish Flag Related Keywords - | Irische flagge, Sankt patrick, Irland

Auf jeden Fall sind die Bienen in der Lage, daraus einen köstlichen Honig zu bereiten und speziell in den USA und Australien baut man dafür große Flächen an. Im US-Bundesstaat Vermont ist der Klee seit 1985 die offizielle Staatsblume, in Irland sogar ein Staatssymbol.  Man lernte den Klee zu schätzen und andere Kleearten findet man auch in Vorderindien und Nordafrika.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Seine magische Wirkung nutzte man in mittelalterlichen Zeiten zur Steigerung der Fruchtbarkeit. Heute weiß man, dass diese Wirkung sich auf enthaltene Phytoöstrogene begründet, die den weiblichen Hormonen des Menschen sehr ähnlich sind. Weitere Hauptinhaltsstoffe sind Glykoside, Tannine, Saponine, Cumarine und Flavonoide.

Rotklee wirkt damit adstringierend (zusammenziehend), schleimlösend, entzündungshemmend, wundheilend, entkrampfend und gilt als krebsvorbeugend.

Sammeln und Anwendung

Für eine Anwendung pflückt man die roten Blütenköpfe der Pflanze an einem sonnigen Tag. Diese trocknet man an einem luftigen und schattigen Ort, am besten auf einer Gaze. Sind die Köpfchen trocken, zupft man die Blütenzungen ab und lagert diese kühl und trocken in einem Gefäß oder einer Papiertüte.

Für einen Tee, nimmt man etwa 3 TL auf ¼ Liter Wasser und lässt diesen abgedeckt 10-12 min ziehen. Gerne nutzt man diesen Tee bei Bronchitis, Husten mit Verschleimung und Heiserkeit. Bei Keuchhusten verwendete man gerne einen Sirup, den man mit Zucker oder Honig bereitete.

Auch eine äußerliche Anwendung in Form von Umschlägen oder Bädern ist möglich. Die enthaltenen Gerbstoffe sind hilfreich bei Hautkrankheiten wie Ekzemen oder Schuppenflechten. Zusätzlich wirken sie desinfizierend. Doch sollten wir nicht immer nur an Tee, Salbe oder Bäder denken. Da die Blüten mehrere Monate lang zu finden sind, ist es eine gute Idee, täglich drei Blüten zu abzuzupfen und über unsere Speisen zu geben. Vom Butterbrot über den Salat bis zu den Kartoffeln oder dem Gemüse ist alles möglich. Dabei kochen wir die Blütenzungen aber nicht mit.

Gerade in unseren Corona-Zeiten stärken wir somit unser Immunsystem.

Auch Extrakte und Tinkturen sind häufige Verwendungsmöglichkeiten. Traditionell galt Rotklee als hilfreich bei stillenden Müttern und gegen Ausfluss bei Frauen. Hervorzuheben ist die Wirkung bei hormonellen Problemen in den Wechseljahren. Neuere Studien belegen übrigens auch seine positive Wirkung bei der Wachstumshemmung von Krebstumoren.

Damit ist der Klee weit mehr als nur ein gutes Viehfutter. Zudem gibt es in unserer Gegend auch weitere Kleearten, die allerdings durchaus abweichende Wirkungen aufweisen.

Andere Kleearten

Weißklee

Relativ ähnlich ist der Weißklee (trifolium repens). Er bevorzugt etwas feuchtere Wiesen und bleibt im Wuchs kleiner als der Rotklee. Der Gehalt an Phytoöstrogenen fällt deutlich geringer aus. Aber bei Problemen mit den Atemwegen ist auch er gut wirksam. Außerdem wirkt er unterstützend bei Problemen mit Rheuma oder Gicht.

Weißklee

Gemeiner Wundklee

Auf trockenen Kalkwiesen wiederum fühlt sich der Gemeine Wundklee heimisch. Seine Blütenfarbe reicht von einem blassen Gelb bis hin zu ausgeprägtem Gelb-Rot. Die Blütenform ist ähnlich, eventuell etwas grober Strukturiert. Er hilft gut äußerlich bei Hauterkrankungen oder eitrigen Wunden. Auch zum gurgeln bei Halsentzündungen oder bei Entzündungen im Mundraum wirkt er gut. Für solche Zwecke kann auch immer die frische Pflanze verwendet werden.

Steinklee

Steinklee

Deutlich diffiziler zeigen sich Blatt und Blüte der Steinklees, dessen gelbe Blüten oft größere Bodenflächen mit ihrer leuchtenden Farbe zieren. Besonders wohl fühlt er sich auf Schutthalden oder Ödland. Diese Kleeart nutzt man gerne gegen Venenbeschwerden oder bei Schwellungen der Beine. Eine Salbe oder ein Ölauszug aufgetragen, verbessert die Kapillardurchblutung. Bei innerlicher Anwendung sollte man wissen, dass der Kumaringehalt bei höherer Dosis zu Kopfschmerzen und Schwindelgefühl führen kann.

Gemeiner Hornklee

Ebenfalls gelbe Blüten hat der Gemeine Hornklee. Sie wirken etwas wie kleine aufgeblasene Ballons. Seine Inhaltsstoffe zeigen ihre Stärken im Bereich entzündungshemmend, krampflösend und herzberuhigend. Die Pflanze enthält allerdings Zyanwasserstoffderivate und eine innere Anwendung sollte über 2 bis 3 Tassen je Tag nicht überschritten werden.

Damit sind wir noch nicht am Ende der Kleearten angelangt. So finden wir auch noch den Goldklee, den Sumpf-Hornklee, den Feldklee, den Hasenklee oder den roten Inkarnatklee. Sorten, denen man nicht täglich begegnet, die aber an den charakteristischen drei Blättern gut als Klee erkennbar sind.

Blätter vom Rotklee
Blätter vom Rotklee

Wer jetzt Lust bekommen hat, etwas Klee als Zutat in der Küche zu verwenden, der kann ja gerne mal folgendes ausprobieren.

Rotkleesoße

Eine Zwiebel kleinschneiden und mit Butter oder Olivenöl anschwitzen lassen. Dazu geben Sie frische Rotkleeblüten und ein paar einzelne Blätter, mit Sahne angießen und 5 min schwach köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann mit dem Stabmixer pürieren und wer mag nochmal absieben.

Die Soße passt zu Nudeln, Reis, Kartoffeln und Gemüse. Wem die Köpfe zu sehr stören, der zupft die Blütenzungen vorher ab.

Tipp:

Bei der Herstellung eines Kräuteressigs, sorgen Rotkleeblüten für eine rötliche Färbung!

Mit Rotkleeblüten kann man Speisen sehr schön dekorieren!

Also dann – viel Spaß mit dem Rotklee!

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