Der Meerrettich

Der Meerrettich (Armoracia rusticana) ist eine Pflanze, deren Geschmack die meisten Menschen kennen dürften. Durchaus ein scharfes Zeug, bei dem man sofort eine beißende Wirkung in der Nase spürt, wenn man ein wenig zu viel auf einmal nimmt. Dies ist gleichzeitig ein Schutzmechanismus, der vor einer Überdosierung schützt, denn dies führt zu Schädigungen der Schilddrüse und zu Magenentzündungen. Als dezent verwendetes Gewürz zu Fisch, Fleisch oder Soßen jedoch kurbelt er die Fettverbrennung an und wirkt mit seinen Enzymen sogar Krebsvorbeugend.

Heilpflanze des Jahres 2021

Verwendung

Beheimatet war die Pflanze ursprünglich in Südosteuropa, hat sich aber heute vielerorts ausgebreitet. Wir finden sie oft an Wegrändern oder Schuttplätzen. Geerntet wir vorrangig die Wurzel in den Monaten, in deren Namen ein „r“ vorkommt. Also von September bis April. Man reinigt diese und reibt sie am besten gleich in feine Raspeln. Diese kann man trocknen oder in ein kleines Schraubglas füllen und ein paar Tage im Kühlschrank lagern. Wem der Kren (österreichisch) zu scharf ist, der reibt sich noch einen süßsauren Apfel darunter und mildert damit etwas ab.

Lagerung

Die Wurzeln lassen sich auch in einer Frischhaltefolie bis zu drei Wochen im Kühlschrank lagern. Alternativ steckt man sie in einem Eimer mit feuchtem Sand und lagert diesen im kühlen Keller.Meerrettich gerieben

Wirkungen

Spürt man eine Erkältung nahen, so macht das Reiben der Wurzel die Atemwege wieder frei. Auch bei Fieber kann die Wurzel beste Dienste leisten. Man schneidet sie in dünne Scheiben, fädelt diese auf einen Zwirn und bindet die um das Fußgelenk. Socke darüber und in wenigen Stunden sind die Scheiben knochentrocken und das Fieber sollte deutlich weniger sein. Wer etwas empfindliche Haut besitzt, der trägt vorher noch eine Salbe auf, denn Meerrettich kann die Haut reizen.

Meerrettich mit Honig ist eine hervorragende Kombination bei Erkältungsproblemen. Der Meerrettich regt den Kreislauf an, senkt und reguliert den Blutdruck. Auch bei Gicht oder Rheumaproblemen kann er, als Auflage verwendet, ableitend sein.

Meerrettich hat als Heilpflanze ein großes und leider bisher zu wenig ausgeschöpftes Potenzial. Wissenschaftliche Studien zeigen auf, dass die enthaltenen Inhaltsstoffe entzündungshemmende Eigenschaften besitzen, die antivirale Effekte und starke antibakterielle Wirkungen zeigen. Dies ist besonders bei den zunehmenden Antibiotikaresistenzen von Bedeutung.Meerrettich Blatt und Wurzel

Mit Vorsicht ist er in der Schwangerschaft oder bei Nierenproblemen zu verwenden. Kinder unter 6 Jahren sollten ihn noch nicht einnehmen.

In der Küche

Auch die jungen Blätter der Pflanze sind sehr gut verwendbar. Am besten kocht man sie gemeinsam mit anderen Gemüsen wie Karotten, Kartoffeln oder Steckrüben. Wer selber Brot backt, gibt sie kleingehackt in den Teig oder man frittiert sie in Öl.

Im Garten

Wer Meerrettich im Garten ansiedeln möchte, der besorgt sich ein paar Seitentriebe (Fechser) und steckt sie senkrecht in lockere Gartenerde. Legt man Wert auf dicke Wurzeln, entfernt man im März/April die Seitentriebe. Die Blätter erreichen im Verlauf des Sommers eine Höhe bis zu einem Meter.

Inhaltsstoffe:

Glykosinolate, Senföl, Vitamin C, Aminosäuren, Asparagin, Arginin, ätherisches Öl

Eigenschaften:

Verdauungsfördernd, durchblutungsfördernd, hautreizend, schleimlösend, stoffwechselanregend, blähungswidrig