Mohn – der schmerzlindernde Helfer

Mohn

Mohn         Papaver somniferum

Blütezeit: Juni/Juli

Wirkungen: schlaffördend, schmerzstillend, stopfend

Boden und Standort: nährstoffreich, volle Sonne

 

Arten

Weltweit gibt es etwa 100 Arten vom Mohn. Der bekannteste Mohn in unseren Gefilden, ist der rot blühende Klatschmohn, der im Juni mit der Blüte seinen Höhepunkt in der Entwicklung zeigt. Doch leider sind sie selten geworden, die roten Farbtupfer auf den gelb werdenden Getreidefeldern. Auch auf den im Mai ordentlich gemähten Randstreifen findet der Mohn keine Möglichkeit mehr, zur Blüte zu kommen. Damit gibt es auch keinen Samen und heimlich, still und leise verabschiedet sich wieder eine Art von der Erde.

Klatschmohn
Diesen Anblick gab es vor einigen Jahren noch häufiger zu sehen

Anbau heute

Klar, es wird noch einiges an Mohn auf Feldern angebaut. Wenn der Mensch profitiert, sieht es ja ganz anders aus. Graumohn und Weißmohn werden zur Ölerzeugung angebaut, oder landen im beliebten Mohnkuchen. Die verwendeten Samenkörner reifen gut geschützt in den Mohnkapseln und sind im August erntereif.

Mohnfeld
Schlafmohnfeld bei Germerode

Schlafmohn

Eine weitere Art ist der Schlafmohn (auch Blaumohn). Er stammt ursprünglich aus Asien und der Anbau ist in Deutschland genehmigungspflichtig. Seit Jahrhunderten dient er als schmerzlinderndes Mittel. Schlafmohn enthält die wichtigsten narkotisierenden Stoffe, die im Pflanzenreich vorkommen. Allerdings enthalten die hiesigen Sorten nur wenig Opium und die Gewinnung von Morphium daraus ist kompliziert und aufwendig.

Berauschend

Paracelsus war einer der ersten Ärzte, der das Opium einsetzte, um die Sinne seiner Patienten zu betäuben. Als Aphrodisiakum dagegen wurde es seit ewigen Zeiten verwendet. Sexuelle Orgien gab es zu allen Zeiten und das Opium vom Schlafmohn sorgte für den entsprechenden Rausch. Die römische Inquisition versuchte vergeblich, ein Verbot des Opiumkonsums durchzusetzen.

Mohnkapsel
Samenkapsel vom Schlafmohn

Inhaltsstoffe und Anwendung

Mohn begleitet den Menschen seit mehr als 4000 Jahren. Die Samen haben einen hohen Nährwert und ihr Öl hat einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Dazu kommen zahlreiche Alkaloide, Morphin, Codein, Noscapin, Papaverin, Calcium und B- Vitamine. Damit gehört er zu den wichtigsten Medizinalpflanzen der Menschheit. Die direkte Anwendung der Pflanze als Tinktur, Tee oder Saft ist heute auf Grund der Suchtgefahr nicht mehr üblich. Homöopathische Anwendung findet Papaver soniferum bei allen Altersbeschwerden und speziell bei Schlaganfall, Demenz und Depressionen.

Mohn als Lebensmittel

Das Öl aus den Mohnsamen schmeckt intensiv, sollte allerdings nur kalt verwendet werden und eignet sich nicht zum Erhitzen. Es ist für Menschen mit hohem Cholesterinspiegel geeignet. Die Industrie verwendet die Öle für Seifen oder zur Herstellung von Firnis.
Wenn Sie vom Mohnkuchen nicht die Finger lassen können, so liegt dies jedoch nicht am Suchpotential der pflanzlichen Inhaltsstoffe. Aber besonders beim Mohn gilt die übliche Regel, die Menge macht das Gift und so sollten sie es den Verzehr von Mohnprodukten nur gelegentlich und in geringen Dosen praktizieren.

Schlafmohn hautnah erleben

Wer jetzt Lust auf Schlafmohnfelder und Mohnprodukte bekommen hat, im Juni führe ich in Germerode eine Führung an den dortigen Feldern durch, inclusive Fahrt ab Hofgeismar. Mehr Informationen hier.

Blüte vom Schlafmohn
Blüte vom Schlafmohn

Im Garten

Wollen Sie sich Mohn in den Garten holen, ist Saatgut im Handel erhältlich und kann ab Ende Mai in einem nährstoffreichen Boden ausgesät werden. Ein Standort in voller Sonne, erfreut Pflanze und Insekten zur Blütezeit. Das weitere Überleben regelt die Pflanze dann meist selbst. Der Anbau von Schlafmohn jedoch, ist im Garten nicht erlaubt.

Klatschmohn
Farbtupfer im Garten, Klatschmohnblüte

Symbolisch

Übrigens bekam die rote Blüte des Klatschmohns um 1920 einen symbolischen Charakter. Sie diente in England dem Gedenken der Gefallenen des 1. Weltkrieges.

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